Portwein für Genießer
Wer ein Weinliebhaber ist, schätzt Portwein ebenso. Sein Name bezieht sich auf die portugiesische Stadt Porto und eine bestimmte Anbauregion in Nordportugal. Dort jedenfalls stammt der echte Portwein her. Bei Portwein handelt es sich um einen Rotwein oder Weißwein, dessen Reife, Süße, Komplexität und Aroma typisch ist. Als hochwertigsten Portwein sieht man einen Vintage Port an. Der lange Ausbau sowie die Flaschengärung können bei guten Jahrgängen zu hervorragenden Ergebnissen führen. Der große Aufwand bei der Herstellung eines Portweins hat seinen Preis.
Die ersten echten Portweine wurden bereits lange vor den Römern im Dourotal hergestellt. Vorläufer war der Vinho de Lamego im 13. Jahrhundert. Erst 1678 wird erstmals der Begriff “Porto” eingeführt. Weine, die nicht das Qualitätssiegel des Instituto do Vinho do Porto erfüllen, dürfen sich nicht Portwein nennen. Geerntet werden die Trauben für einen echten Port ausschließlich rund um die Städte Peso da Régua, Pinhão und in der Gegend zwischen São João da Pesqueira und der spanischen Grenze. Von den über 80 verschiedenen Rebsorten im Dourotal dient etwa die Hälfte der Portweinherstellung. Zur Herstellung von rotem oder weißem Portwein werden die Trauben handverlesen und gepresst. Dann wird Most hergestellt. Typisch ist die anschließende Vinierung des gärenden Mostes mit hochprozentigem Weindestillat. Dieser Vorgang unterbricht den Gärungsprozess. Je nach Zeitpunkt der Vinierung ist der Restzuckergehalt eines Portweins unterschiedlich. Zum Schluss darf ein echter Port einen Alkoholgehalt von 19 bis 22 Volumenprozent haben. Er ist damit sehr lange lagerfähig. Vor dem ersten Transport muss er noch mindestens ein halbes Jahr ruhen.
Anschließend reift Portwein zwei bis sechs Jahre in Fässern in einer Portweinkellerei. Um hervorragende Portweine herzustellen, füllt man sie nach der Fassreifung in Flaschen oder Pipen ab. Spitzenjahrgänge mit dem Prädikat “Vintage” füllt man früher in Flaschen ab, wo sie bis zu zehn Jahre weiterreifen. Die Flaschenreifung ist schonender und langsamer. Dafür ist das Ergebnis intensiver und ohne störende Holznoten. Typisch für einen flaschengereiften Port ist, dass er einen Bodensatz hat und empfindlich ist. Er muss daher nach Öffnung der Flasche zügig genossen werden. Angesichts der Vielfalt der Aromen und der Süffigkeit des Portweins dürfte das allerdings kein Problem darstellen.